... 160km mit 20.2km/h

English version
I can show you the world Shining, shimmering, splendid Tell me, princess, now when did You last let your heart decide?

In Ermelo habe ich mit meinem Team zusammen eine unglaubliche und neue Erfahrung machen dürfen. 160km, 20km/h, in der vordersten Gruppe mitreiten, ein gerissener Steigbügel, 700 verpasste Meter und der inoffizielle 5te Platz an einer Europameisterschaft. In diesem Blog-Beitrag will ich die Erfahrungen teilen, die ich gemacht habe. Der Bericht ist deshalb sehr subjektiv geschrieben und hat keinen Anspruch auf 100%ige Richtigkeit. Einzig die Theorie von das Tempo/ der Galopp wurde zusammen mit Tierphysiotherapie Burtscher erarbeitet.


Mentale Stärke

Tempo& Galopp

Sitz

Taktik

Teamaufstellung

Vortraben

Team

 

Mentale Stärke Zu dem Zeitpunkt, als ich das Mentaltraining Ende 2020/ Anfangs 2021 gemacht habe, war die Europameisterschaft zwar in Sicht, aber noch nicht wirklich spürbar. Kai Sikorski hat mir innerhalb des Mentaltrainings einen MindMovie erstellt. In dem sollen Bild, Musik und Sätze das Unterbewusstsein "umprogrammieren". Nachdem ich den Film immer wieder angesehen habe, habe ich nun an diesem Rennen das Resultat gesehen. Es ist GENAU so abgelaufen, wie es die Sätze beschrieben haben. Ich bin immer noch verblüfft, wie gut diese Methode funktioniert.

Dabei habe ich eine ganz grosse Veränderung gespürt: Während ich in Pisa 2019 noch verunsichert war von den "starken Teams" wie Italien, Frankreich oder Spanien, konnte ich dieses Mal viel entspannter über den Platz laufen. Denn: Diese ReiterInnen sind auch "nur" Menschen. Und sie haben auch "nur" Pferde. Vielleicht haben sie mehr Erfahrung, vielleicht haben sie mehr Pferde, mehr Leute, mehr Mittel. Vielleicht haben wir weniger Erfahrung, weniger Pferde, weniger Leute und weniger Mittel. Vielleicht aber auch nicht. Ich, für meinen Teil, will das nicht mehr als Begründung nehmen, wieso sie gewinnen, und wir nicht. Denn Fakt ist: Wer an diesem Tag über 160km und 21km/h gewinnt, hat gut trainiert, hat ein gutes Pferd, hatte eine gute Taktik, hatte ein gutes Gespür für sein Pferd und er war mental bereit, zu gewinnen. Und ja, nicht alle GewinnerInnen sind fehlerfrei oder haben fair gewonnen. Nicht alle GewinnerInnen haben ihr Pferd selbst trainiert. Aber das muss uns als SchweizerInnen nicht interessieren. Wir können auch gut trainieren, wir haben auch gute Pferde, gute ReiterInnen, können eine gute Taktik erlernen und können mit dem Gefühl für unsere Pferde gute Resultate erzielen. Was ich damit sagen will, ist, dass wir stärker sind, wenn wir uns auf unser Land konzentrieren und uns nicht versuchen zu vergleichen. Und was ist in der Realität passiert? Spanier und Franzosen haben mir vor den letzten Runden Glück gewünscht und das italienische Team war hinter uns. Meine ganzen Ängste und Vorstellungen von "zu starken Teams" haben sich in Luft aufgelöst.

Eine weitere wichtige Seite der mentalen Stärke ist die Gedanken- und Gefühlskontrolle. Wenn wir aus unserer Komfortzone heraustreten (bei mir eindeutig die Geschwindigkeit und das Reiten in der vordersten Gruppe), kann es passieren, dass unser Körper darauf reagiert. Angst, Zweifel, Bauchschmerzen, Unsicherheit. Der Körper will uns warnen, da wir die Situation nicht kennen und uns eventuell in Gefahr begeben. Das heisst aber auf keinen Fall, dass die Situation wirklich gefährlich ist. Wenn irgendwelche kitschigen Sprüche auf Facebook oder Instagram sagen, dass grossartige Ereignisse nie innerhalb der Komfortzone liegen, dann meinen die das auch wirklich;). Unsicherheit und Angst ist etwas, was uns im Spitzensport immer wieder begegnen sollte. So können wir lernen damit umzugehen und stärker werden. Und zwei Sätze, die mich ab jetzt begleiten werden: "Es ist nur ein Rennen."

Auch wenn wir hart dafür arbeiten, Zeit und Geld investieren, geht es nicht um Leben und Tod. Es ist nur ein Rennen. Es wird nicht das Letzte sein. Wenn kitschige Sprüche auf Instagram und Facebook sagen, dass man etwas loslassen soll, damit es zurückkommt, dann meinen die das auch wirklich. Atmen, loslassen, starten. Und das nach jeder Runde wiederholen.

"Wenn das Spiel hart wird, beginnen die Harten zu spielen." Das braucht keine Erklärung;)










Unbelievable sights Indescribable feeling Soaring, tumbling, freewheeling I can't go back to where I used to be

 

Tempo& Galopp

Ich habe den Satz vor Jahren gehört, aber er bleibt mir immer noch im Kopf: "La vitesse, ca tue." Solche Sätze haben einen ganz bitteren Geschmack. Ich will nicht behaupten, dass man die gerittene Geschwindigkeit auf die leichte Schulter nehmen soll. Sie ist ein wichtiger Faktor, der entscheidet, ob das Rennen bestanden wird oder nicht. Jedoch bin ich gegen die "100 Sprünge/Minute" oder "18km/h im Training"- Regeln, seit ich gemerkt habe, dass Karajol 18km/h-20km/h gar nicht durchgaloppieren kann. Erst ab 20km/h und höher kommt er in einen ökonomischen Rhythmus. Meine Theorie (und ich weiss wirklich nicht, ob die von Profis, Tierärzten oder anderen Fachpersonen bestätigt oder unbestätigt ist) ist, dass ein Pferd auf diesem Niveau am gesündesten in seinem Tempo läuft. Auch wenn dieses Tempo zwischen 20-23km/h liegt.

Die Theorie:

Das Pferd nützt natürlicherweise seine Energie beim Galoppieren optimal. Der komplexe Sehnen-Band-Apparat der Beine fungiert im Galopp wie ein Pfeilbogen und ein Pfeil. Beim Auffussen auf den Boden werden die Sehnen und Bänder (die Saite des Pfeilbogens wird gespannt) unter Spannung gesetzt. Durch die Fortbewegung löst sich das Bein und die gespeicherte Energie löst sich wieder. Wenn man die Saite des Pfeilbogens löst, schiesst der Pfeil davon. Mit jedem Auffussen wiederholt sich der Spannungs- und Lösungsvorgang der Sehnen und Bänder. Der Galopp ist also in seiner Natürlichkeit weniger ein Muskelkraftaufwand, als ein ewig drehendes Rad, welches sich selbst unterhält. Ein weiterer essentieller Faktor ist die Atmung. Die Atmung ist, unabhängig von der Geschwindigkeit, an den Galopp gebunden. Im besten Fall bewegt sich der Inhalt des Bauches (Organe) in Einklang mit dem Zwerchfell. Wenn diese inneren Bewegungen einwandfrei funktionieren, können die bewegten Organe das Zwerchfell sogar positiv beeinflussen (positive Atmung, besseres Vorwärts).

  • Pferd atmet ein, Lunge dehnt sich aus, Zwerchfell wird nach hinten gedrückt, Organe bewegen sich nach hinten

  • Pferd atmet aus, Lunge verkleinert sich, Zwerchfell geht nach vorne, Organe bewegen sich nach vorne

Fun Fact: Die Reiterhand hat dabei eine wichtige Rolle. Man sollte sich gut überlegen, wie die Hand eingesetzt werden soll, da diese die Bewegungsfreiheit einschränken kann.


Wichtige Hinweise, auf die ich nicht tiefer eingehe:

  • Ein beweglicher Rücken ist für den ganzen Vorgang essentiel. Die grösste Bewegung findet zwischen dem Kreuzbein und dem letzten Lendenwirbel statt.

  • Anhand der oben aufgeführten Abläufen beim Galoppieren wird klar, welche grosse Rolle das Management der inneren Organe spielt (Stichwort Magenschutz, Raufuttermenge, etc.)

  • Losgelassenheit des Pferdes!

  • Das Ganze ist und bleibt abhängig vom Alter des Pferdes, seiner Erfahrung und seines Trainingszustandes!!!

Sitz

Vor Jahren habe ich einmal den Fehler gemacht, dass ich dachte, mein Sitz sei gut. Überraschung, er war es nicht. Und er war es lange nicht. Noch ein paar Monaten vor der EM habe ich gemerkt, was ein guter, ausbalancierter leichter Sitz ausmacht. Vorher bin ich wegen Kleinigkeiten heruntergefallen, habe Karajol gestört, lehnte zu weit nach vorne, verbrauchte zu viel Kraft und habe mich zu fest auf dem Pferd bewegt. Wenn ich im Galopp gesessen bin, war es noch schlimmer. Vieles, was ich von meinem Pferd gerne wollte (Losgelassenheit, Balance, etc.), kam mit der Veränderung des Sitzes.

I can open your eyes Take you wonder by wonder Over, sideways and under On a magic carpet ride A whole new world A new fantastic point of view
 

Taktik

Der weitere Verlauf eines Rennens wird für mich oft in der Cooling-Phase bestimmt und fungiert quasi als natürliche Auslese. Obwohl Rennen sich über mehrere Stunden strecken, zählt beim Cooling jede Sekunde. Vor allem, wenn es auf den Schluss zugeht und die vorderen ReiterInnen in schnellem Tempo starten, lassen sich oft wenige Minuten nur schlecht aufholen. 2018 in Lyss brauchte ich 10km, um meine Gruppe im Galopp aufzuholen, obwohl wir nur etwa im Abstand von 2 Minuten gestartet sind. Dazu kommt, dass mein Pferd, welches die Gruppe in schnellerem Tempo aufholen muss, viel mehr Energie verbraucht, als die Pferde der vorderen Gruppe, die in ihrem Tempo auf die Runde gestartet sind. Die Formel lautet also: Mit dem schnellstmöglichen Tempo reiten, um mit der kürzest möglichen Zeit ins Vet-In zu gehen. Beispiel: In Pisa an der Junioren-WM habe ich die Runde mit 18km/h beendet. Da der Puls beim Tierarzt über 64 stieg, mussten wir zweimal zeigen. Die gesamte Vet-In Zeit betrug schlussendlich 10 Minuten und die Durchschnittsgeschwindigkeit sank auf 15km/h. Also "nur" 10 Minuten lassen die Durchschnittsgeschwindigkeit um 3km/h sinken. Und ob ich durchschnittlich mit 18km/h oder mit 15km/h reite, ist ein grosser Unterschied.

Wie senke ich den Puls?

  • mehrere hundert Meter vor dem Ziel locker traben

  • wenn im Galopp eingeritten wird, dann möglichst langsam, bzw. ruhig (Reminder: Pferd macht 1 Atemzug/ Galoppsprung)

  • vor dem Zwischenziel absteigen und rennen/laufen

  • Gurt möglichst früh lösen

  • während dem Cooling langsam laufen

  • Keine Aufregung: wenn nötig bei der Gruppe bleiben, ruhige Bewegungen um das Pferd seitens des Teams, Ruhe ausstrahlen

  • Nicht fressen lassen, jedoch trinken lassen. Der Puls kann dann kurzfristig wieder steigen, sollte dann jedoch tiefer sinken wie vorher. Ausnahme: Es gibt Pferde, deren Puls mit dem Kauen sinkt

  • Kühlen mit Wasser (Eiswasser sollte gut überlegt eingesetzt werden)

An der EM hatten wir folgende Taktik: Ich ritt hinten in der Gruppe ein und wir gingen zum Vet-In, sobald der Grossteil der Gruppe bereits bei den Tierärzten war. So hatten wir 1.5-2.5 Minuten Vet-In Zeit, aber insgesamt ca. 3-4 Minuten, bis der Puls tatsächlich gemessen wurde. An einem grossen Rennen gehört auch etwas Risiko dazu: Nach der fünften Runde gingen wir mit Puls 80 ins Vet-In und gemessen wurde Puls 63. Es lohnt sich also ungefähr zu wissen, wie sich der Puls des Pferdes verhält.



Teamaufstellung

Meine neuste Erkenntnis ist, dass es nicht für jeden Handgriff eine Person braucht. Viel wichtiger sind Personen, welche die Handgriffe schnell, präzise und ruhig ausüben. An der EM durften lediglich 2 Grooms, 1 Reiter und 1 Tierarzt oder Chef d'Equipe im Cooling-Areal das Pferd betreuen.

  • Ich steige frühst möglich ab und löse den Gurt von links

  • Groom 1 nimmt das Pferd, nimmt das Gebiss heraus

  • Zwischenzeitlich nimmt Groom 2 von rechts den Sattel und legt den Pulsmesser auf den Rücken des Pferdes. Ich starte die Uhr vom Pulsmesser

  • Groom 1 führt Pferd zum Wasserkübel um zu tränken, während Groom 2 den Sattel hinlegt und zurück kommt. Groom 2 schliesst den Pulsmesser

  • Chef d'Equipe/Tierarzt füllt die Behälter, um zu kühlen, übergibt sie Groom 2 und mir, wir kühlen das Pferd und übergeben sie wieder der Drittperson.

  • Es gibt eine Person, die anleitet (ich, die das Pferd kennt) und sagt, ob mehr gekühlt wird, ob der Puls sinkt, ob man mehr laufen muss, etc.

  • Eine Person behält den Überblick über die anderen ReiterInnen und das Vet-In-Areal

Für mich ist es wichtig, dass der Prozess ruhig abläuft und es nur eine Person gibt, die entscheidet, was als nächstes passiert. Diese Person hat auch die Verantwortung, wenn die Taktik nicht aufgeht. Da ich die Reiterin bin und ich das Pferd am Besten kenne, übernehme ich diese Verantwortung. In diesem Team sollten Leute sein, denen man vertraut und von denen man weiss, dass sie die gleiche Idee haben. In diesen 1.5-2 Minuten sollte es nicht zu Diskussionen kommen. Der Grund dafür ist, dass das Pferd am meisten profitiert, wenn es die Ruhe spürt. Deshalb auch: Sollte beispielsweise das Pulsgerät nicht funktionieren, sofort entweder mit Stethoskop messen oder nach Gefühl entscheiden. Keine Zeit und Aufregung an das Pulsgerät verschwenden.



Vortraben

Darauf will ich nicht zu fest eingehen, da ich mich selbst noch mit dem Thema beschäftige. Alles, was ich sagen kann, ist, dass das gleiche Pferd in der gleichen Verfassung unterschiedlich trabt, wenn es unterschiedliche Personen vortraben. Vortraben ist eine Kunst, die gelernt sein will. Es gibt Pferde, die schöner aussehen, wenn sie schneller traben und andere sollte man nicht zu schnell traben. Vortraben kann man üben. Ein gut vorgetrabtes Pferd gibt den Tierärzten ein besseres Bild und allen ein besseres Gefühl. Ich bin das perfekte Vortraben auch noch am lernen, da ich kein Naturtalent darin bin. Was ich bis jetzt gelernt habe:

  • Es muss bestenfalls vorher geübt werden

  • Das Pferd beim Antraben vorlassen und auf Schulterhöhe rennen. Auf dieser Höhe kann man es noch mit "Schwung" mitnehmen, falls es noch zu langsam trabt.

  • Immer nach vorne schauen. Nicht zurückblicken und nicht von der Seite anblicken. Damit bremst man es aus.

  • Die eigene Haltung ist aufrecht

  • am Ende der Linie nicht austraben lassen (bei Müdigkeit kann das komische Bewegungen geben), sondern einen möglichst "knackigen" Übergang einüben

  • Die eigene Einstellung, Spannung und Energie ist essentiel, damit einem das Pferd auch nach dem neunten Mal glaubt, dass sich diese 80 Meter noch lohnen

  • Es lohnt sich, wenn am Renntag ein Teammitglied (mit Ahnung) von der Seite schaut. Von der Seite kann besser gesehen werden, ob Schritte kürzer oder unregelmässig sind. Dem TA kann das von hinten und von vorne entgehen.

A whole new world A dazzling place I never knew But when I'm way up here It's crystal clear That now I'm in a whole new world with you
 

Team

Der feine Unterschied zwischen Amateur und Profi, zwischen dem kurzen Tief und dem kurzzeitigen Ende, zwischen 5 Minuten und 1.5 Minuten Vet-In-Zeit, ist das Team. An dieser EM hatte ich ein tolles, erfahrenes Team. Jedes Mitglied hatte Erfahrung im internationalen Sport, jedes Mitglied konnte Erfahrung teilen, reagieren, etwas dazugeben. Kübel und Flaschen mit Wasser füllen oder Müsli anrühren und die Karotten bereitstellen, kann jeder. Und das reicht auch für ein EVG4. Aber die Situation eines Rennens erfassen, dem Pferd ansehen, ob es nur kurzzeitig müde ist oder nicht mehr mag, das Pferd wieder aufwecken, den Spirit und die Energie teilen, die Reiterin oder den Reiter unterstützen bei wichtigen Entscheidungen, den Puls in der Pause im Auge behalten, die Körperausscheidungen (des Pferdes) beobachten, das Essverhalten beobachten, das Material checken, und so weiter, das braucht Erfahrung. Natürlich kennen wir ReiterInnen das Pferd am Besten und was es in der Pause benötigt. Aber wir können nicht an alles denken, da wir eine eigene Aufgabe haben. Und diese Aufgabe ist es, zu reiten. Und die Aufgabe des Teams ist alles um das reiten herum. Deswegen lege ich jedem und jeder nahe, der/die auf ein höheres Niveau will, Leute um sich zu haben, die A) mit der Erfahrung wachsen wollen oder B) die Erfahrung bereits haben. Endurance auf internationalem Niveau ist eine Leistung und vor allem eine Teamleistung. Denn mit der steigenden Kilometeranzahl kommt auch eine steigende Anforderung an das Management des Pferdes. Es braucht jede Erfahrung, denn wir werden vor unendliche Herausforderungen gestellt. Und als Erstes und Wichtigstes profitiert das Pferd.




A new fantastic point of view No one to tell us, "No" Or where to go Or say we're only dreaming
(a whole new world - Aladdin)
Impressionen:


 

English version: ...160km at 20.2km/h


In Ermelo I had an incredible and new experience together with my team. 160km, 20km/h, riding in the leading group, a broken stirrup, 700 missed meters and the unofficial 5th place at a European Championship. In this blog post I want to share the experiences I had. Apart from the theoretical framework about pace / canter that was written in cooperation with Tierphysiotherapie Burtscher, this is my personal experience and therefore subjective.


Mental strength

Pace& canter

Seat

Tactics

Team formation

Trop-up

Team


 

Mental strength

When I did the mental training in late 2020/early 2021, the European Championship was in sight but not really noticeable yet. Kai Sikorski created a MindMovie for me within the mental training. In it, images, music and sentences are supposed to "reprogram" the subconscious. After watching the movie over and over again, I have now seen the result at this race. It happened EXACTLY as it was described in the sentences . I am still amazed at how well this method works.

In the process, I felt a very big change:

While in Pisa 2019 I was still unsettled by the "strong teams" like Italy, France or Spain, this time I could walk across the course much more relaxed. Because: These riders are also "just" people. And they also have "just" horses. Maybe they have more experience, maybe they have more horses, more people, more resources. Maybe we have less experience, less horses, less people and less means. But maybe we don't. I, for one, no longer want to take that as a reason why they are winning and we are not. Because the fact is that whoever wins that day over 160km and 21km/h has trained well, has a good horse, had good tactics, had a good feeling for their horse and was mentally ready to win. And yes, not all winners are faultless or won fair and square. Not all winners have trained their horse themselves. But that doesn't have to bother us Swiss. We can also train well, we have good horses, good riders, we can learn the tactics and we can achieve good results with the feeling for our horses. What I want to say is that we are stronger if we concentrate on our country and don't try to compare ourselves. And that it is possible.

And what happened in reality? Spanish and French riders wished me luck before starting on the last loop and the Italians were behind us. All my fears and insecurities about “teams that were too strong” evaporated.

Another important side of mental strength is thought and emotion control. When we step out of our comfort zone (definitely speed and riding in the front group for me), our body may react. Fear, doubt, stomach ache, uncertainty. The body wants to warn us because we don't know the situation and we may put ourselves in danger. But this in no way means that the situation is really dangerous. If any cheesy sayings on Facebook or Instagram say that great things never happen in the comfort zone, they really mean it;). Uncertainty and fear is something that we should always encounter in elite sports. So we can learn to deal with it and become stronger.

And two sentences that will accompany me from now on:

"It's just a race."

Even if we work hard for it, invest time and money, it's not a matter of life and death. It's just a race. It won't be the last. When cheesy sayings on Instagram and Facebook tell you to let go of something so it can come back, they really mean it;) Breathe, let go, start. And repeat after each loop.

"When the game gets tough, the tough start playing."

No explanation needed for this one;)


 

Pace & canter

I heard this phrase years ago, but it stuck in my head, "La vitesse, ca tue." Sayings like these have quite a bitter taste. I am not suggesting that ridden speed should be taken lightly. It is an important factor that determines whether the race is passed or not.

However, I am against the "100 strides/minute" or "18km/h in training" rules since I noticed that Karajol can't canter through 18km/h-20km/h at all. Only at 20km/h and higher he gets into an economical rhythm.

My theory (and I really don't know if it's confirmed or not by professionals, vets, or other experts) is that a horse runs healthiest at his pace at this level. Even if that pace is between 20-23km/h.

Theory:

The horse naturally makes the best use of its energy when cantering. The complex tendon-ligament apparatus of the legs act like a bow and arrow when cantering. When the horse hits the ground, the tendons and ligaments (the string of the bow is flexed) are put under tension. By moving forward, the leg relaxes and the stored energy is released. When the string of the bow is released, the arrow shoots. The tension and release process of the tendons and ligaments is repeated with each stride. The natural canter therefore requires less muscular effort, like an eternally turning wheel that maintains itself.

Another essential factor is breathing. Breathing, regardless of speed, is tied to the canter. In the best case, the contents of the abdomen (organs) move in unison with the diaphragm. If these internal movements are working properly, the moving organs can even positively influence the diaphragm (positive breathing, better forward movement).


  • Horse inhales, lungs expand, diaphragm is pushed back, organs move back

  • Horse breathes out, lungs shrink, diaphragm comes forward, organs move forward

Fun Fact: The rider's hand has an important role in this. One should think carefully about how to use the hand, as it can restrict movement.


Important notes, for which I will not go into further detail:


  • A loose back is essential for the whole process. The greatest movement takes place between the sacrum and the last lumbar vertebra.

  • Based on the above-mentioned processes during cantering, it becomes clear what a big role the management of the internal organs play (keywords are stomach protection, amount of roughage, etc.).

  • Supleness of the horse!

  • Everything is and remains dependent on the age of the horse, his experience and his training condition!!!


Seat

Years ago, I once made the mistake of thinking my seat was good. Surprise, it wasn't. And it wasn't by far. A few months before the European Championships, I realized what a good, balanced, light seat is all about. Before, I fell off because of little things, disturbed Karajol, leaned too far forward, used too much power and moved too much on the horse. When I sat while cantering, it was even worse. I learned that a good seat makes a big difference. A big part of what I wanted from my horse (suppleness, balance, etc.) came with changing my seat. I really encourage anyone and everyone to train the body to stand in the saddle for miles without problems.

 

Tactics

For me, the further course of a race is often determined in the cooling phase and acts as a kind of natural selection. Although races can last several hours, every second counts during the cooling phase. Especially when the race is coming to a close and the riders in front start at a fast pace, it is often difficult to make up a few minutes. In 2018 in Lyss, it took me 10km to catch up with my group at a canter, even though we only started about 2 minutes apart. In addition, my horse, which has to catch up with the group at a faster pace, consumes much more energy than the horses in the front group, which started the lap at their own pace. So the formula is to ride the fastest possible pace to get to the Vet-In in the shortest possible time.

Example: In Pisa at the Junior World Championships, I finished the lap at 18km/h. Since the pulse at the Vet-In went over 64, we had to show twice. The total Vet-In time was finally 10 minutes and the average speed dropped to 15km/h. So "just" 10 minutes let the average speed drop by 3km/h. And whether I ride at an average of 18km/h or 15km/h is a big difference.


How do I bring the pulse down

  • Come in at a loose trot, starting several hundred meters from the finish line

  • if cantering, then as slow/calm as possible (reminder: horse takes 1 breath/canter stride)

  • dismount before the intermediate finish and run/walk (depending on fitness ;))

  • loosen girth as early as possible

  • walk slowly during cooling down

  • Don't get nervous: stay with the group if necessary, calm movements around the horse, radiate calmness

  • Do not let the horse eat, but let it drink. The pulse may then rise again for a short time, but should then sink lower than before. Exception: There are horses whose pulse drops with chewing

  • Cooling with water (the use of ice water should be well thought through)

At the European Championships we had the following tactic: I rode in at the back of the group and we went to the vet-in as soon as the majority of the group was already at the vets. So we had 1.5-2.5 minutes Vet-In time, but in total about 3-4 minutes until the pulse was actually taken.

At a big race, there is also some risk involved: After the fifth lap, we went into the Vet-In with pulse 80 and pulse 63 was measured, so it pays to know approximately how the horse's pulse behaves (with Karajol, the pulse drops one beat every two seconds).


Team formation

My latest insight is that it does not need a person for each step. It is much more important to have people who can perform the required movements quickly, precisely and calmly. At the European Championships, only 2 grooms, 1 rider and 1 veterinarian or Chef d'Equipe were allowed in the cooling area to look after the horse.

  • I dismount as soon as possible and loosen the girth from the left side

  • Groom 1 takes the horse, takes out the bit

  • In the meantime Groom 2 takes the saddle from the right and puts the heart rate monitor on the horse's back. I start the watch of the pulse monitor

  • Groom 1 leads horse to water bucket to let it drink while Groom 2 puts down saddle and comes back. Groom 2 closes the heart rate monitor

  • Chef d'Equipe/Vet fills containers to cool, hands to Groom 2 and me, we cool horse and hand back to third person

  • There is one person who directs (me, who knows the horse) and says if more cooling is needed, if pulse drops, if more walking is needed, etc.

  • One person keeps track of the other riders and the vet-in area.

For me it is important that the process is calm and there is only one person who decides what happens next. That person also has the responsibility if the tactic doesn't work out. Since I am the rider and I know the horse best, I take that responsibility.

In this team there should be people you trust and know have the same idea. In these 1.5-2 minutes there should be no discussion. The reason for this is that the horse benefits the most when it feels calm.

Therefore: If the pulse device does not work, immediately either take it with a stethoscope or decide by feel. Do not waste time and nerves on the pulse device.

Trot-up

I don't want to go into this too much, since I am still learning about subject myself. All I can say is that the same horse in the same condition will trot differently if different people trot it.

Trotting-up is an art that needs to be learned. There are horses that look nicer when they trot faster and others should not be trotted too fast. Trotting can be practiced. A good trot-up gives the vets a better picture and everyone a better feeling.

I am still learning the perfect trot-up as I am not a natural at it. What I have learned so far:


At best, it needs to be practiced beforehand

  • Send the horse forward with a hand movement and run at the horses shoulder. In this position you can still take it along with "momentum" if it is still trotting too slowly

  • Always look ahead. Do not look back and do not look from the side. This will slow it down

  • Your own posture is upright

  • Do not let the horse trot out at the end of the line (this can cause strange movements if the horse is tired), but practice a fast sharp transition

  • Your own attitude, tension and energy is essential, so that the horse believes you even after the ninth time that these 80 meters are still worthwhile

  • It is worthwhile to have someone (with knowledge) watching from the side on race day. From the side it is easier to see if strides are shorter or irregular. The vet can miss it from behind and from the front.


 

Team

The fine difference between amateur and professional, between the small dip and the end, between 5 minutes and 1.5 minutes vet-in time, is the team. At this EC I had a great, experienced team. Each member had experience in international sport, each member could share experience, react, add something. Everyone can fill buckets and bottles with water or mix muesli and provide the carrots. And that's enough for 80kms. But to grasp the situation of a race, to see if the horse is just tired for a short while or if it has had enough, to wake the horse up again, to share the spirit and the energy, to support the rider in important decisions, to keep an eye on the pulse during the break, to observe the body excretions (of the horse), to observe the eating behavior, to check the gear, and so on, that needs experience. Of course, we riders know the horse best and what it needs during the break. But we cannot think of everything, because we have our own task. And this task is to ride. And the task of the team is everything around riding. That's why I suggest to anyone and everyone who wants to go to a higher level to have people around them who A) want to grow with the experience or B) already have the experience. Endurance at an international level is an achievement and especially a team effort. Because with increasing distance come increasing demands on the management of the horse. It needs every experience, because we are faced with endless challenges. First and foremost we want the horse to benefit.




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