... eine Teilnehmerin des Mongol Derby's (Teil 1)

Das Mongol Derby ist laut Guinness Buch der Rekorde das längste und härteste Pferderennen der Welt. 1000km reitet man auf halb-wilden Pferden durch die mongolische Steppe. Die Schwierigkeit: es gibt keine vorgegebene Route. Die Reiter*innen navigieren selbst zum nächsten Zwischenziel. Alle 35-40km befindet sich eine sogenannte Horse Station. Dort wird das Pferd, welches man geritten hat, vom Tierarzt untersucht. Die Regeln sind dabei an die FEI-Regeln angelehnt. Das Pferd darf keine Lahmheit vorweisen, der Pferdekörper darf nicht dehydriert sein und der Puls muss während 30min auf 56bpm sinken. Für Verstösse, wie beispielsweise ein Pferd in schlechtem Zustand, gibt es Strafpunkte. Für die nächste Runde reitet man auf einem neuen Pferd. Sogar Distanzreiter*innen läuft es bei diesem Gedanken kalt den Rücken herunter. Flurina Hammer will 2021 mit 44 weiteren Starter*innen die Herausforderung annehmen. Ihre Erfahrungen mit Distanzreiten sind jedoch sehr begrenzt, denn sie ist leidenschaftliche Springreiterin.

5 Fragen


Frage 1: Welches Bild hattest du vorher vom Endurance Sport?

Für mich war das vorher eine Sportart, zu der ich gar keinen Bezug hatte und auch nichts darüber wusste, eine ganz andere Welt. Ich hielt die Distanzreiter*innen auch für leicht verrückt (lacht).

Frage 2: Was ist deine Motivation, das Mongol Derby zu reiten?

Mich reizt das Abenteuer und die Grenzerfahrung. Körperlich wie mental ist es eine grosse Herausforderung. Das hat man im normalen Alltag ja nicht wirklich. Das gepaart mit einer neuen Kultur. Die Mongolei ist ein Land, welches ich sehr spannend finde. Das Mongol Derby gibt einem die Möglichkeit, die lokale Kultur hautnahe mit zu erleben, in dem man die mongolischen Steppenpferde reitet, bei den Hirten übernachtet, die lokalen Gerichte isst. Ausserdem lernt man total coole Leute aus der ganzen Welt kennen. Alles in allem eine Erfahrung, die einzigartig ist.

Frage 3: Was denkst du, wird dir grosse Schwierigkeiten bereiten?

Ich denke, dass mir das Wetter Schwierigkeiten bereiten wird. Ich hasse es, wenn es in Strömen regnet. Wenn mir dann noch alles weh macht, werde ich fluchen (lacht). Insgesamt wird eine der grössten Schwierigkeiten sein, das Ziel im Auge zu behalten und trotz allen Widrigkeiten wie Regen oder Erschöpfung durchzuhalten.

Frage 4: Wie bereitest du dich, als Springreiterin, auf diese Herausforderung vor?

Drei bis fünf Mal pro Woche mache ich Sport, einmal davon mit einem Personal Trainer. Ich reite möglichst viele verschiedene Pferde und mache Distanztrainings mit dir. Allgemein bin ich so viel wie möglich draussen. Ich wähle und teste die richtigen Materialien. Die Kleidung muss den härtesten Bedingungen während zehn Tagen standhalten. Man darf nur fünf Kilogramm im Saddle Bag mitnehmen, sprich: man muss sich gut überlegen, was man mit nimmt. Auf die Packliste gehören zum Beispiel nebst der Kleidung auch Steigbügel, Notfallmedikamente, Schlafsack, Sackmesser, Tape und Batterien. Reiter*innen dürfen maximal 85kg mit Kleidung und Ausrüstung wiegen. Für die Navigation trainiere ich mit dem Garmin GPS auch in Gelände, das ich nicht so gut kenne. Schlussendlich ist jeder Reiter und jede Reiterin verpflichtet, Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Es gibt eine Stiftung der Organisatoren des Mongol Derby's, aber ich möchte ein Projekt im Bereich Naturschutz/Tierschutz unterstützen. Ich bin da noch im Auswahlverfahren bezüglich der Organisation.


Frage 5: Denkst du, dass du nach dem Mongol Derby Distanzreiterin wirst?

Mein Herz schlägt für das Springreiten. Aber ich lerne nun durchaus den Reiz vom Distanzreiten kennen. Für mich gibt es zwei Szenarien. Entweder sage ich "nie mehr wieder!" oder ich bin total angefressen.


Mehr Informationen zum Mongol Derby: https://equestrianists.com/adventures/mongol-derby/

5 Fragen an... habe ich lanciert, um die verschiedenen Facetten des Distanzreitens aufzuzeigen. Unser Sport ist einzigartig. Es gibt so viele Personen, Themen, Ideen und Theorien, die meiner Meinung nach viel zu wenig betont werden. Falls du Vorschläge hast, oder eine interessante Person kennst, kannst du mich gerne kontaktieren!

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